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Sommer bedeutet Schweiß, Sonnenbrand und Bisse. Ein Dreiklang, den wir gerne hassen. Wir sprühen das DEET auf und hoffen das Beste. Es wurde 1945 für die Armee entwickelt, kam 1957 in den zivilen Handel und hält seit Jahrzehnten die Bisse fern. Es ist sicher. Es ist effektiv.
Zumindest dachten wir das.
Mücken sind nicht nur dumme Fliegen, die im Kreis herumschwirren. Sie lernen. Aus einer neuen Studie im Journal of Experimental Biology geht hervor, dass das Abwehrmittel, das Sie tragen, möglicherweise genau die Dinge anzieht, die es abwehren soll.
Den Mörder konditionieren
Clément Vinauger, Biochemiker an der Virginia Tech, sieht darin keinen Zufall, sondern eine Überlebensstrategie.
„Wenn jemand DEET anwendet und die Konzentration nachlässt, eine Mücke aber trotzdem eine Mahlzeit bekommt, verknüpft das Insekt den Geruch mit einer Belohnung. Das müssen wir ernst nehmen.“
Mücken sind scharf. Auf der Erde gibt es über 3.500 Arten, von denen jede ein Wunder der Evolution ist. Sie verarbeiten Daten. Sie meiden Wirte, die zurückschlagen. Sie vermischen Geruch und Sicht, um einen warmen Puls zu spüren. Sie entscheiden sich sogar im Seifenregal für eine Seite, lieben manche Düfte, hassen andere.
„Es geht nicht nur um die Erkennung. Es geht darum, wie ihr Gehirn die Hinweise interpretiert und sie in die Tat umsetzt“, sagt Vinauger.
Eine Tafelglocke aus Chemikalien
Die Studie konzentrierte sich auf die Gelbfiebermücke Aedes aegypti. Es überträgt Denguefieber, Zika und Chikungunya. Ein wahrer Albtraum für die öffentliche Gesundheit.
Die Forscher nutzten einen Trick direkt von Ivan Pavlov. Du kennst die Hunde. Du hörst die Glocke, die du isst.
Hier ist, was passiert ist.
Das Team hielt die Mücken zurück. Sie boten warmes Blut an – köstlich für eine Mücke, ekelhaft für uns. Als das Blut allein kam, wurden die Insekten wild und reckten ihre Rüssel in die Luft. Dann kam DEET.
Die Mücken zogen sich zurück. Kluger Schachzug.
Doch dann änderten die Wissenschaftler das Drehbuch. Sie lassen die Mücken Blut fressen. Für 20 Sekunden. Während der letzten 10 Sekunden haben sie den Käfig mit dem Duft von DEET besprüht.
Füttern. Duft. Füttern. Duft.
Dreimal wiederholen.
Beim nächsten Test nur den Geruch, kein Blut.
Über 60 % der Mücken stürzten sich nur auf den Geruch. Die Abneigung war verschwunden. Neu verkabelt. Der Duft signalisierte jetzt Nahrung, nicht Gefahr.
Um zu beweisen, dass es sich nicht um einen Zufall handelte, testeten sie die Käfer mit einer menschlichen Hand. Eine Hand mit DEET beschichtet. Eine Hand nackt.
Ungeübte Mücken flohen aus der behandelten Hand.
Abgerichtete Mücken flogen darauf zu.
Warten.
Es wurde schlimmer.
Die Studie zeigte auch, dass Mücken diese Lektion auch mit Zucker und nicht nur mit Blut gelernt haben. Das Gehirn schreibt seine Reaktion basierend auf Erfahrung neu. Was sie lernen, ist genauso wichtig wie die Chemikalie selbst.
„Der wiederholte Kontakt mit DEET macht es weniger effektiv. Sie gewöhnen sich einfach daran.“ — Claudio Lazzari, Universität Tours.
Keine Panik
Wirfst du deine Flasche weg? Nein.
DEET bleibt der Schwergewichts-Champion unter den Repellentien, insbesondere dort, wo Krankheiten lauern.
„Verwenden Sie es. Besonders in den Tropen. Tragen Sie es einfach mehr und oft auf. Halten Sie den Schutz kontinuierlich“, rät Vinauger.
Das Problem liegt oft darin, wie wir es nutzen. Eine Spritzarbeit im Morgengrauen dauert nicht bis zur Abenddämmerung. Mit Insektenspray behandelte Kleidung? Die Chemikalie wird abgebaut. Der Schild wird dünner.
Da der Klimawandel diese Träger weiter nach Norden ausbreitet, reichen unsere alten Tricks möglicherweise nicht mehr aus. Wir müssen das Insekt überdenken, bis hin zur neuralen Synapse, bis hin zum Molekül.
„Wir müssen verstehen, wie sie uns immer wieder überlisten“, bemerkt Vinauger. „Auf verhaltensbezogener, neuronaler und molekularer Ebene. Weil sie manchmal immer noch gewinnen.“























