Was ist mit Walt Disneys persönlichem Grumman Gulfstream passiert?
Es verrottete fünfzehn Jahre lang.
Sonne, Salz und die Luftfeuchtigkeit in Florida schaden dem Flugmetall. Aber das Privatflugzeug von Walt Disney, bekannt als Die Maus, ist endlich trocken. Eine umfangreiche Restaurierungsmaßnahme wurde kürzlich abgeschlossen. Das Ergebnis? Der Jet ist zurück in seiner Blütezeit von 1969.
Die Grumman Gulfstream I wird so schnell nicht in die Lüfte steigen. Seine Motoren wurden vor Jahrzehnten verkauft. Aber seine Seele ist intakt. Es ist jetzt im Palm Springs Air Museum in Kalifornien ausgestellt. Sie können hineingehen. Sie können dort sitzen, wo Disney saß. Das Mid-Century-Interieur ist wieder ganz. Cremige Töne. Rostige Akzente. Braune Plüschsitze. Sogar die Mickey-Mouse-Aschenbecher sind zurückgekehrt.
Das ist nicht nur Nostalgie. Es ist eine Korrektur der historischen Vernachlässigung. Seit 2014 lag das Flugzeug verlassen auf einem Feld im Walt Disney World. Windows ist durchgesickert. Farbe abgeblättert. Der Innenraum verfaulte durch die Hitze. Um es zurückzubringen, musste es bis auf das Aluminiumskelett zerlegt werden.
Wie unterscheidet sich Walt Disneys „The Mouse“-Jet von der modernen Geschäftsfliegerei?
Walt kaufte diesen speziellen Jet im Jahr 1963. Registrierungsnummer N234MM. MM für Mickey Mouse, natürlich. Fast dreißig Jahre lang pendelte es Führungskräfte, Prominente und Staatsoberhäupter zwischen Los Angeles und Florida. Bis 1992 hatte es schätzungsweise 83,0 Flugstunden. Das sind viele Flugstunden. Ungefähr zweitausend davon.
Präsidenten fuhren damit. Jimmy Carter hat es getan. Ronald Reagan hat es getan. Das taten auch Filmstars.
„Walts Flugzeug ermöglichte es ihm, … seine täglichen Geschäfte zu erledigen, ohne sich Sorgen machen zu müssen, dass andere Passagiere seine Gespräche belauschen könnten.“ — Edward Ovalle, Disney-Archivarmanager.
Der letzte Teil ist wichtig. Privatsphäre war das Produkt. Im Jahr 1963 bedeutete Geschäftsreisen überall Lärm und Blicke. Die private Luftfahrt bot eine Blase. Walt liebte Züge. Das weiß jeder. Aber er liebte die Luftfahrt genauso sehr. Er installierte eine Instrumententafel hinter seinem eigenen Sitz. Höhenmesser. Geschwindigkeitsmesser. Uhr. Er beobachtete gerne den Datenstrom, während der Rest der Besatzung flog.
Er nutzte das Flugzeug auch zur Überwachung. Von seinem Cockpit aus wurden Luftaufnahmen des Orange County-Landes durchgeführt, das zu Disney World wurde. Es half beim Aufbau eines Imperiums. Buchstäblich.
Leistungsmäßig? Nach heutigen Maßstäben war es bescheiden. Aber fähig.
– Zwei Rolls-Royce Dart Turbopro-Motoren.
– Reisegeschwindigkeit von 350 Meilen pro Stunde.
– Höchste Höhe von 30.000 Fuß.
Eine Boeing 747 fliegt jetzt mit 560 Meilen pro Stunde. Sie kommen schneller ans Ziel. Du verlierst das Geheimnis. Der Gulfstream war langsamer. Aber es hatte Platz. Fünfzehn Sitze. Drei Besatzungsmitglieder. Eine Galeere. Zwei Badezimmer (eines für den Chef, eines für die Hilfe). Eine Couch. Ein Schreibtisch. Hier wurden Skripte gelesen. Es wurden Angebote gemacht. Es wurden Zigaretten geraucht. Ach ja. Rauchen war damals noch erlaubt. Cocktailservietten zeigten Mickeys Gesicht. Auch Streichholzbriefchen.
Das auffälligste Merkmal? Eine vom Boden bis zur Decke reichende durchsichtige Kunststofftrennwand. Es trennte Walts Bereich von den Passagieren. Gefüllt mit Blättern aus seinem eigenen Garten. Privat. Inländisch. Seltsam. Perfekt.
Wer hat „Die Maus“ restauriert und was beinhaltete das Projekt?
Um das Flugzeug wieder zum Leben zu erwecken, waren Teams aus ganz Disney beteiligt.
Die Walt Disney-Archive.
Walt Disney Imagineering.
Phoenix Air Group.
Und das Palm Springs Air Museum selbst.
Die Arbeit war anstrengend. Der Innenraum musste entkernt werden. Spezifikationen aus den Archiven leiteten den Neuaufbau. Die Küche. Der Passagierbereich. Die Ausstattung mit Mäusemotiven. Alles von Grund auf neu erstellt.
Auch die Außenseite brauchte Farbe. Das ursprüngliche orange-schwarze Design der 60er Jahre wurde wiederhergestellt. Es sieht wieder aggressiv aus. Scharf.
Warum Palm Springs? Die Verbindung ist nicht willkürlich. Disney liebte die Gegend. Er und seine Familie zogen dort oft nach langen Reisen ab. Das Museum liegt in der Sonne Kaliforniens. In der Nähe der Hitze, die es ursprünglich kaputt gemacht hat. Aber drinnen ist es jetzt kontrolliert. Sauber. Trocken.
Besucher zahlen 25 Dollar für den Eintritt für Erwachsene. Keine schnellen Pässe. Hier gibt es keine Blitzspur-Abkürzungen. Du stehst in der Schlange. Du siehst genau hin. Sie sehen, wo die Blätter waren. Wo sich der Rauch verzog.
Es ist eine Zeitkapsel. Fünfzehn Jahre lang im feuchten Florida versiegelt. Öffnen Sie sich jetzt für die trockene kalifornische Luft.
Fühlt es sich wie Disney-Magie an? Nicht ganz. Es fühlt sich an wie Ingenieurskunst. Geschäft. Ego. Und viel Plastik. Aber es ist seins. Es ist da. Ich warte darauf, dass sich der nächste neugierige Reisende fragt, wie klein die Welt aus 30.000 Fuß Höhe aussah, wenn man sie besaß.
