Sie haben Vokale. Sie könnten ein Alphabet haben. Jetzt wissen wir, dass sie mit einem Trick ein Nickerchen machen.

Pottwale schlafen auf eine Weise, die uns erschreckend bekannt vorkommt. Aber es gibt eine mechanische Eigenart, die sich der grundlegenden Physik widersetzt. Stellen Sie sich vor, Sie würden unter Wasser einschlafen. Dein Kopf ist riesig. Dein Kopf ist voller Luft. Dein Kopf ist beschwingt.

Du schwebst empor. Du wachst auf. Du ertrinkst.

Dies ist das Problem, das Noémie Freymond und ihr Team lösen wollten. Die Forscher der Universität Neuchâtel und der University of St Andrews wollten den Walen nicht nur beim Schlafen zusehen. Sie mussten wissen, wie Pottwale unter Wasser bleiben, während ihr Gehirn für zehn bis fünfzehn Minuten abschaltet.

Die Antwort? Sie blasen Blasen.

Es klingt albern. Das ist es nicht. Es handelt sich um einen Auftriebs-Hack, der über Jahrtausende der Evolution verfeinert wurde.

Die Mechanik des Wal-Nickerchens

Pottwale schlafen nicht nur an der Oberfläche. Sie tauchen. Sie ruhen in der Tiefe. Sie schlafen aufrecht, den Kopf nach oben gerichtet, den Schwanz nach unten. Oder sie sinken mit dem Schwanz voran. Oder sie tauchen tief und ruhen sich dann beim Aufstieg aus.

Aber wenn sie nahe an der Oberfläche ruhen, wird die Physik gemein. Der Auftrieb wehrt sich. Ohne Eingreifen würde ein schlafender Pottwal in den Himmel treiben.

Das Team überwachte 42 Wale vor den norwegischen Lofoten. Sie befestigten Saugetiketten. Sie warteten. Die Tags zeichneten Klang und Tiefe auf. Dann lösten sie sich. Dann schwebten sie an die Oberfläche.

Laborzeit. Datenverarbeitung.

Das Ergebnis war eindeutig. Wenn Wale nahe der Oberfläche ruhten, bliesen sie Blasen. Konkret atmeten sie etwa elf Mal pro Schlafzyklus aus. Diese kleine Luftabgabe wirkt ihrem natürlichen Auftrieb entgegen. Es ist Ballast.

Doch die Geschichte wendet sich, als die Wale tiefer tauchen.

In Tiefen über 656 Fuß komprimiert der Wasserdruck die Luft. Der Wal verliert an Auftrieb. Die Umwelt nimmt ihnen die Arbeit ab. Diese Wale mussten nur drei oder vier Blasen pro Nickerchen abgeben. Sie mussten nicht aktiv Luft abpumpen, um unten zu bleiben. Der Druck hielt sie auf dem Boden.

Wenn also Pottwale zum Schlafen Blasen blasen, nutzen sie ihre Lungen im Wesentlichen als verstellbare Ballasttanks.

„Damit konnten wir zeigen, dass Pottwale beim Ruhen Blasen freisetzen, um ihren Auftrieb zu regulieren.“ — Noémie Freymond, Hauptautorin

Bewusste Anstrengung oder autonomer Reflex?

Hier wird es unscharf. Tun sie das mit Absicht?

Wenn ein Delfin schläft, bleibt eine Hälfte seines Gehirns wach. Halb wachsam. Halb träumend. Pottwale sind größer. Komplexer. Ist es möglich, dass sie auch im Schlaf die bewusste Kontrolle über ihre Ausatmung behalten?

Das Ablassen von Luft zur Kontrolle der Tiefe erfordert Bewusstsein. Es erfordert eine Feedbackschleife. Sie können die Tiefe nicht überwachen und das Lungenvolumen nicht anpassen, wenn Sie im Koma liegen.

Wir haben jedoch keinen Beweis. Freymonds Team erkennt die Lücke. Vielleicht ist es ein unbewusster Reflex, eine Übersteuerung der Wirbelsäule. Vielleicht berechnen sie die Lautstärke im Schlaf. Vielleicht haben sie einfach Glück.

Was wir wissen ist, dass der Datensatz riesig war. Bei den meisten Tag-Bereitstellungen gelingt es nicht, einen vollständigen Ruhezyklus abzufangen. Diese Forscher hatten Glück. Oder sie waren vorbereitet. Sie warteten darauf, dass die Wale das taten, was sie von niemand anderem bestätigt hatten.

Patrick Miller, der Co-Autor, hatte zuvor Blasen im Ruhezustand beobachtet, konnte aber das „Warum“ nicht beweisen. Er sah die Aktion. Freymond lieferte den Mechanismus.

Das Gesamtbild

Dabei geht es nicht nur um den Schlaf. Es geht um Anpassung.

Pottwale leben in einem Medium, das ihre Biologie bekämpft. Luft lässt sie schweben. Wasser drückt sie nach unten. Sie müssen ständig mit der Spannung zwischen den beiden umgehen. Durch das Schlafen wird ihnen die Fähigkeit zum aktiven Schwimmen genommen. Es nimmt ihnen die Fähigkeit, ihre Position zu korrigieren.

Also entwickelten sie eine passive Lösung. Ein winziges, rhythmisches Ausatmen. Eine Blase. Ein Kompromiss mit der Schwerkraft.

Wissenschaftler stellen jetzt seltsamere Fragen. Schnarcht der Walschlaf? Wahrscheinlich nicht. Schnarchen ist eine Atembehinderung. Dies ist eine kontrollierte Freisetzung.

Aber werden sie es untersuchen? Wahrscheinlich. Die Daten sind da. Die Tags sind fertig. Die Wale warten.

Und wir sehen den aufsteigenden Blasen zu und fragen uns, ob sie schlafen oder nur auf ihren nächsten Atemzug warten.