Der anhaltende Konflikt im Iran hat die weltweite Ölversorgung stark eingeschränkt und den Markt in eine beispiellose Krise gestürzt. Die Internationale Energieagentur (IEA) berichtete am Donnerstag, dass der Krieg den Ölfluss auf ein „Rinnsel“ reduziert habe und die Energiekosten in allen brennstoffabhängigen Sektoren voraussichtlich stark steigen würden.
Strategische Bedeutung der iranischen Ölreserven
Die Dominanz Irans auf dem Ölmarkt ist kein Zufall. Das Land liegt auf einer einzigartigen geologischen Formation: der Kollisionszone zwischen der arabischen und der eurasischen tektonischen Platte. Durch diese Kollision entstanden das Zagros-Gebirge und ein unterirdisches Becken, das riesige Kohlenwasserstoffreserven einschließt und etwa 12 % des gesamten weltweiten Ölvorkommens enthält.
Die Störung beschränkt sich nicht nur auf Rohöl. Die Märkte für Diesel und Kerosin seien „besonders anfällig“, da die Produktion fossiler Brennstoffe in der Region eingestellt werde.
Kontrolle kritischer Schifffahrtsrouten
Erschwerend kommt hinzu, dass der Iran die Straße von Hormus kontrolliert, eine schmale Wasserstraße, durch die etwa 20 % der weltweiten Öl- und Flüssigerdgaslieferungen passieren. Nach der Eskalation der Feindseligkeiten am 28. Februar schloss Teheran die Meerenge und schnitt damit praktisch eine Hauptverkehrsader des globalen Energiehandels ab.
Sofortmaßnahmen und begrenzte Hilfe
Die IEA reagierte mit der Genehmigung der Freigabe von 400 Millionen Barrel aus ihren Notreserven – der größten Auszahlung dieser Art in ihrer Geschichte. Allerdings wird diese Maßnahme nur vorübergehend die geschätzten 8 Millionen Barrel pro Tag an verlorener Ölversorgung ausgleichen und nur wenige Wochen an Lieferungen abdecken, die normalerweise durch die Straße von Hormus passieren würden. Auch die Produktionsanlagen für Flüssigerdgas (LNG) und Benzin in der Region mussten schließen.
Die Situation ist ernst, und wenn nicht schnell eine Lösung gefunden wird, wird sich die Energiekrise verschärfen. Der Krieg im Iran hat die Fragilität der globalen Lieferketten und die entscheidende Rolle wichtiger Engpässe bei der Energieverteilung deutlich gemacht.























