Im Camp East Montana, einer der größten Haftanstalten der US-amerikanischen Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) in El Paso, Texas, wurde ein Masernausbruch bestätigt. Seit dieser Woche wurden mindestens 14 Häftlinge positiv auf die hochansteckende Krankheit getestet, was zu sofortigen Quarantänemaßnahmen innerhalb der Einrichtung führte.
Schnelle Ausbreitung unter beengten Bedingungen
Der Ausbruch betrifft etwa 1.500 Menschen, die in der Einrichtung festgehalten werden, die auf dem Armeestützpunkt Fort Bliss stationiert ist. Experten des öffentlichen Gesundheitswesens betonen, dass geschlossene Räume wie Haftanstalten ideale Bedingungen für die schnelle Ausbreitung von Infektionskrankheiten schaffen. Laut Jennifer Nuzzo, einer Epidemiologin an der Brown University, gedeihen Masern in „Gemeinschaftsumgebungen“, in denen ungeimpfte oder unzureichend geimpfte Personen eng zusammengehalten werden.
„Masern sind äußerst ansteckend und neigen dazu, in Gemeinschaftseinrichtungen wie Haftanstalten und Gefängnissen explosionsartige Ausbrüche zu verursachen“, erklärte Nuzzo. „Immer wenn eine Gruppe ungeimpfter oder unzureichend geimpfter Menschen über einen längeren Zeitraum in einem gemeinsamen Innenraum zusammengepfercht ist, ist mit Ausbrüchen zu rechnen, wenn eine Infektion eingeschleppt wird.“
Eindämmung und Reaktion
Das Department of Homeland Security (DHS), das die ICE überwacht, hat den Ausbruch erkannt und erklärt, dass es die Situation in Abstimmung mit den Gesundheitsbehörden „genau beobachtet“. Der Sprecher der Agentur behauptet, dass die Gesundheit und Sicherheit der Inhaftierten, des Personals und der umliegenden Gemeinschaft weiterhin oberste Priorität habe. Die örtliche Vertreterin Veronica Escobar bestreitet diese Behauptung jedoch mit der Begründung, dass schwerwiegende medizinische Probleme in der Einrichtung übersehen wurden.
Aus Escobars Erklärung ging hervor, dass weitere 112 Personen derzeit aufgrund einer möglichen Exposition isoliert sind, was Bedenken hinsichtlich der weitreichenden Auswirkungen auf das Personal (darunter Hunderte von El Paso-Bewohnern, die in der Einrichtung beschäftigt sind) und die dort stationierten Mitglieder der texanischen Nationalgarde aufkommen lässt.
Einschränkungen und Überprüfung
Als Reaktion darauf hat die Einrichtung den Zugang aller Besucher, einschließlich der Rechtsberatung, bis mindestens zum 19. März gesperrt. Die Kommunikation zwischen Inhaftierten und ihren Anwälten ist derzeit auf virtuelle Kanäle beschränkt. Das DHS hat noch nicht auf Anfragen nach weiteren Kommentaren geantwortet. Berichten zufolge erwägt die Agentur auch die dauerhafte Schließung des Camp East Montana, das vom privaten Auftragnehmer Acquisition Logistics betrieben wird.
Breiteres Muster von Ausbrüchen
Dieser Ausbruch ist kein Einzelfall. Anfang Februar wurden in einem anderen ICE-Internierungslager in Dilley, Texas, zwei Masernfälle entdeckt, die ähnliche Eindämmungsmaßnahmen auslösten. Die wiederkehrende Natur dieser Ausbrüche verdeutlicht die Anfälligkeit von Haftanstalten für Infektionskrankheiten, insbesondere bei Bevölkerungsgruppen mit potenziell eingeschränktem Zugang zu Impfungen.
Die Situation unterstreicht die Notwendigkeit besserer öffentlicher Gesundheitsprotokolle in Haftanstalten, wo das Risiko einer schnellen Übertragung deutlich erhöht ist. Die Prüfung des künftigen Betriebs von Camp East Montana durch das DHS deutet darauf hin, dass die Behörde diese Risiken anerkennt, obwohl die langfristigen Auswirkungen auf die Gesundheit der Häftlinge ungewiss bleiben.






















