Die Artemis-II-Mission ist offiziell von ihrer Monderkundungsphase zu ihrer Rückreise zur Erde übergegangen. Nach einem komplexen Vorbeiflug an der Rückseite des Mondes steht die Besatzung der Raumsonde Orion – Victor Glover, Jeremy Hansen, Christina Koch und Reid Wiseman** – nun unter dem Gravitationseinfluss der Erde und steuert auf eine geplante Wasserkatastrophe für diesen Freitag zu.

Den Mond einfangen: Ein visuelles Erbe

Nach einem hochintensiven Programm wissenschaftlicher Aufgaben während der Mondbegegnung legte die Besatzung am siebten Tag der zehntägigen Mission eine Ruhephase ein. Während dieser Zeit begann die NASA damit, einen riesigen Datencache zu veröffentlichen, der während des Vorbeiflugs gesammelt wurde und insgesamt über 175 Gigabyte an hochauflösenden Bildern umfasst.

Die veröffentlichten Fotos bieten beispiellose Einblicke in die Mondlandschaft, darunter:
Detaillierte Kratertopographie, die ein extremes Relief auf der Mondoberfläche zeigt.
Eine einzigartige Sonnenfinsternis aus der Mondperspektive.
Ein „Earthrise“-Bild, das viele mit den legendären Fotos vergleichen, die während der Apollo-8-Mission aufgenommen wurden.

Diese Daten sind mehr als nur schöne Bilder; Es liefert einen entscheidenden geologischen Kontext, der zukünftige Landeplätze und wissenschaftliche Studien der Mondoberfläche beeinflussen wird.

Connecting Space: Ein historischer Meilenstein der Kommunikation

Die Mission erreichte auch einen bedeutenden Meilenstein in der Weltraumkommunikation. Die Orion-Crew nahm am allerersten „Schiff-zu-Schiff“-Audioanruf zwischen einer Mondmission und der Internationalen Raumstation (ISS) teil.

Während des Telefonats sprach Christina Koch – eine erfahrene Astronautin, die zuvor auf der ISS gelebt hat – mit ihrer Kollegin Jessica Meir. Dieser Austausch verdeutlichte die tiefe Isolation der Raumfahrt, da die Besatzung über die Weite der Leere rund um die Erde sprach, wenn man sie aus der Nähe des Mondes betrachtet.

Technische Herausforderungen: Das Problem der Abfallwirtschaft

Obwohl die wissenschaftlichen Erfolge herausragend waren, stand die Mission vor praktischen, wenn auch unrühmlichen Schwierigkeiten. Bei der Raumsonde, die von der Besatzung den Spitznamen „Integrität“ erhielt, kam es immer wieder zu Ausfällen bei der Weltraumtoilette – der ersten ihrer Art, die auf einer Mondmission flog.

Die Fehlfunktion hat die Astronauten gezwungen, zur Not auf faltbare Ersatzplastikbehälter zurückzugreifen. Während erste Theorien darauf hindeuteten, dass ein gefrorener Schlot die Abfallentsorgung blockierte, stellte NASA-Flugdirektor Rick Henfling fest, dass das Problem durch Erwärmen des Schlots im Sonnenlicht nicht gelöst werden konnte. Die aktuelle Arbeitshypothese ist, dass Rückstände aus einer antimikrobiellen chemischen Reaktion im Abwasser einen Filter verstopfen.

Vorbereitung auf den endgültigen Abstieg

Während die Raumsonde den Einflussbereich des Mondes verlässt, konzentriert sich die Besatzung auf die Sicherheit und die Vorbereitungen für den Wiedereintritt. Die letzten Tage der Mission werden mehrere wichtige Protokolle beinhalten:

  1. Strahlungsschutzübungen: Die Besatzung wird den Bau von Notunterkünften üben, indem sie Staugegenstände an den Wänden der Kapsel stapelt. Dies ist eine entscheidende Fähigkeit, um Astronauten vor Sonnenstrahlung zu schützen, eine Notwendigkeit für zukünftige Langzeitmissionen zum Mars.
  2. Manuelle Pilotierungstests: Die Besatzung wird manuelle Manöver üben, wie z. B. das Neigen der Orion-Kapsel, um das Sichtfenster vor der Sonne abzuschirmen, oder das Ausrichten auf bestimmte Himmelskörper.
  3. Systemprüfungen: Abschließende Tests des Integrity -Raumfahrzeugs und aller Sicherheitssysteme an Bord.

Der Weg zum Splashdown

Die Mission tritt nun in ihre anspruchsvollste Phase ein: den atmosphärischen Wiedereintritt. NASA-Administrator Jared Isaacson wies auf die in dieser Phase inhärente Spannung hin und erklärte, dass der Erfolg der Mission erst dann wirklich gesichert sei, wenn die Besatzung erfolgreich Fallschirme eingesetzt und das Wasser erreicht habe.

Die Besatzung der Artemis II soll am Freitag um 20:07 Uhr abspritzen. EDT.

Der erfolgreiche Abschluss dieser Mission markiert einen entscheidenden Moment in der bemannten Raumfahrt, da er unsere Fähigkeit unter Beweis stellt, durch die Weltraumumgebung zu navigieren und die technischen Daten bereitzustellen, die für die nächste Ära der Mond- und Marsforschung erforderlich sind.