Die Artemis-II-Mission, deren Start bereits heute Abend geplant ist, markiert einen entscheidenden Schritt bei der Rückkehr der Menschheit zur Erforschung des Weltraums. Die vier Astronauten an Bord der Raumsonde Orion begeben sich auf eine zehntägige Reise und umrunden den Mond in einem ehrgeizigen Testflug, der die Grenzen der modernen Raumfahrt verschiebt.

Die Flugbahn der Mission

Im Gegensatz zu Apollo-Missionen, die auf der Mondoberfläche landeten, wird Artemis II einer Achterbahn um die Erde und den Mond folgen. Dieser Weg führt die Besatzung nahe an die Mondrückseite – die Hemisphäre, die permanent von der Erde abgewandt ist –, bevor sie die Schwerkraft der Erde nutzt, um sie nach Hause zu schleudern. Bei der Mission geht es nicht um die Landung; Es geht darum, zu beweisen, dass das Orion-Raumschiff und die SLS-Rakete (Space Launch System) Menschen sicher in und aus dem Weltraum befördern können.

Schlüsselphasen des Fluges

Die ersten 24 Stunden nach dem Start sind dem Erreichen einer stabilen hohen Erdumlaufbahn gewidmet. Dann kommt es am zweiten Tag zur „translunaren Injektionsverbrennung“: eine kritische Triebwerkszündung, die Orion in Richtung Mond beschleunigt. In den nächsten zwei Tagen werden kleinere Kurskorrekturen ihre Flugbahn verfeinern und sie auf den entferntesten Punkt der Mission vorbereiten.

  • Tag fünf: Orion gerät in den Gravitationseinfluss des Mondes, bleibt aber auf einer Vorbeiflugbahn.
  • Tag sechs: Die Besatzung erreicht die Mondrückseite und verliert kurzzeitig den direkten Funkkontakt zur Erde. Diese Phase könnte möglicherweise den Rekord für die weiteste Entfernung von unserem Planeten brechen, der zuvor von Apollo 13 im Jahr 1970 gehalten wurde.
  • Beobachtung und Bilder: Die Crew wird visuelle Beobachtungen durchführen und einzigartige Bilder aufnehmen, darunter potenzielle neue Ansichten von „Earthrise“ – die Erde erscheint als lebendiges Juwel über der trostlosen Mondlandschaft. Bei seiner größten Annäherung erscheint der Mond so groß wie ein Basketball, der auf Armeslänge ausgestreckt gehalten wird.

Warum das wichtig ist

Artemis II ist nicht nur eine Wiederholung vergangener Mondmissionen. Es handelt sich um einen grundlegenden Test für das Artemis-Programm, dessen Ziel es ist, eine dauerhafte menschliche Präsenz auf und um den Mond zu etablieren. Der Erfolg ebnet den Weg für Artemis III, das bereits 2026 Astronauten in der Nähe des Mondsüdpols landen soll.

Diese Mission bestätigt die Funktionsfähigkeit der SLS-Rakete und des Orion-Raumschiffs, die für die zukünftige Erforschung des Weltraums, einschließlich möglicher bemannter Missionen zum Mars, von entscheidender Bedeutung sein werden.

Das Artemis-Programm stellt einen Wandel hin zu einer langfristigen Mondinfrastruktur dar, einschließlich eines Mondbasislagers und der Gateway-Raumstation. Artemis II ist der erste Schritt zur Verwirklichung dieser Vision und beweist, dass Menschen sich erneut über die Erdumlaufbahn hinaus wagen und sich auf eine neue Ära der Weltraumforschung vorbereiten können.