Archäologen in Spanien haben bemerkenswert gut erhaltene Überreste eines 3.500 Jahre alten Webstuhls ausgegraben und bieten einen beispiellosen Einblick in die Textilherstellung während der Bronzezeit. Die Entdeckung an der archäologischen Stätte Cabezo Redondo wirft Licht auf Webtechniken und legt nahe, dass die Region eine Schlüsselrolle in der Entwicklung der Textilproduktion spielte.
Die Bedeutung kettenbeschwerter Webstühle
Kettenwebstühle waren für die Herstellung von Stoffen im prähistorischen Europa und im Mittelmeerraum unerlässlich. Bei diesen Geräten wurden Stein- oder Tongewichte verwendet, um die Spannung der vertikalen Fäden aufrechtzuerhalten, sodass Weber Kleidung und Decken herstellen konnten. Aufgrund ihrer Holzkonstruktion und organischen Komponenten überstehen diese Webstühle den Zahn der Zeit nur selten. Normalerweise verlassen sich Forscher auf die erhaltenen Webgewichte – aus Stein oder Ton –, um Rückschlüsse auf die Herstellung von Textilien zu ziehen.
Ein seltener Fund: Erhaltene Holzkomponenten
Das Team von Cabezo Redondo entdeckte verkohlte Hölzer und Seile aus Pflanzenfasern neben Webgewichten aus Ton. Dies ist einer der ältesten Holzwebstühle, die jemals gefunden wurden, eine seltene Gelegenheit, die tatsächliche Konstruktion des Webstuhls und seine Verwendung zu studieren. Das Holz stammte von einheimischen Aleppo-Kiefern, während die Gewichte selbst auf eine spezialisierte Textilproduktion hinweisen könnten.
Frühe Beweise für fortgeschrittene Webtechniken
Analysen deuten darauf hin, dass dieser Webstuhl nicht nur in der Lage war, einfache Tabby-Webarten (in früheren Zeiten üblich) herzustellen, sondern auch dichtere, komplexere Textilien, einschließlich der frühen Köperbindungen. Köpergewebe, typischerweise aus Wolle hergestellt, verbreiteten sich erst etwa 1.000 v. Chr., was bedeutet, dass der Standort möglicherweise an der Spitze eines technologischen Wandels stand. Dies deutet darauf hin, dass Cabezo Redondo in einer Zeit, in der Wolle immer häufiger vorkam und die Webtechniken vielfältiger wurden, ein bemerkenswertes Zentrum für Textilinnovationen war.
Implikationen für das Verständnis der Bronzezeit
Die Entdeckung bietet eine seltene Momentaufnahme bronzezeitlicher Handwerkskunst. Es geht über fragmentierte Werkzeuge und Gewichte hinaus und enthüllt den Webstuhl selbst, der in der Zeit eingefroren ist. Dies bietet neue Einblicke in das tägliche Leben und die technologischen Fähigkeiten der Menschen, die vor fast 3.500 Jahren lebten.
Diese Entdeckung ermöglicht es uns, nicht nur die Teile der normalerweise erhaltenen Werkzeuge zu sehen, sondern auch den Webstuhl selbst – eingefroren in dem Moment, als er vor fast 3.500 Jahren in Gebrauch war – und bietet einen seltenen Einblick in das alltägliche Handwerk der Weberei aus der Bronzezeit.
Dieser Fund unterstreicht die Bedeutung des südöstlichen Iberiens für die Entwicklung der Textiltechnologie aus der Bronzezeit. Der erhaltene Webstuhl liefert entscheidende Beweise für das Verständnis, wie frühe Weber ihre Methoden und Materialien anpassten, um anspruchsvollere Stoffe herzustellen.























