William Foege, eine Schlüsselfigur bei der weltweiten Ausrottung der Pocken, ist im Alter von 89 Jahren gestorben. Die Task Force for Global Health, eine von ihm mitbegründete Organisation, bestätigte am Samstag seinen Tod. Foeges Arbeit gilt als eine der bedeutendsten Errungenschaften im Bereich der öffentlichen Gesundheit in der Geschichte und verhinderte, was andernfalls Hunderte Millionen Todesfälle bedeutet hätte.

Der Pockensieg: Eine historische Errungenschaft

Foege leitete in den 1970er Jahren das Pockenausrottungsprogramm des US-amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention (CDC). Bevor die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Pocken 1980 offiziell für ausgerottet erklärte, war die Krankheit äußerst tödlich und tötete etwa ein Drittel der Infizierten.

Der Erfolg des Programms war nicht nur eine Frage der Wissenschaft; Es war ein Triumph koordinierter internationaler Anstrengungen. Teams arbeiteten in abgelegenen Regionen, oft mit logistischen Albträumen und politischem Widerstand, um Impfstoffe zu verabreichen und Ausbrüche einzudämmen. Das CDC bestätigt, dass seit 1977 keine neuen natürlich vorkommenden Pockenfälle registriert wurden, ein Beweis für die nachhaltige Wirkung des Programms.

Jenseits der Pocken: Ein Leben im Dienste der öffentlichen Gesundheit

Foeges Beiträge gingen weit über die Pocken hinaus. Später fungierte er als Direktor des CDC und hatte leitende Beraterfunktionen bei der Bill & Melinda Gates Foundation inne, wo er sich weiterhin für die Bekämpfung von durch Impfungen vermeidbaren Krankheiten einsetzte.

Im Jahr 2012 verlieh Präsident Barack Obama Foege die Presidential Medal of Freedom und würdigte damit seinen außergewöhnlichen Dienst an der Menschheit.

Der anhaltende Kampf: Polio und zukünftige Bedrohungen

Foege setzte sich bis ins hohe Alter aktiv für globale Gesundheitsinitiativen ein. Gemeinsam mit dem Epidemiologen Larry Brilliant verfasste er 2013 einen Artikel im Scientific American, in dem er behauptete, dass die Ausrottung der Kinderlähmung „näher denn je“ sei. Obwohl Polio noch nicht vollständig ausgerottet ist, geht die Kampagne weiter.

In einer seltenen Aktion am Ende seiner Karriere schloss sich Foege im Jahr 2025 mehreren ehemaligen CDC-Direktoren an, um öffentlich die Politik von Robert F. Kennedy Jr., dem derzeitigen Minister für Gesundheit und menschliche Dienste, zu kritisieren und nannte seine Amtszeit „anders als alles, was wir jemals bei der Agentur gesehen hatten“.

Foeges Vermächtnis ist eine Erinnerung daran, dass gezielte wissenschaftliche Bemühungen in Kombination mit globaler Zusammenarbeit selbst die tödlichsten Krankheiten überwinden können. Seine Arbeit rettete nicht nur unzählige Leben, sondern schuf auch einen Präzedenzfall für künftige Interventionen im Bereich der öffentlichen Gesundheit.