Der Status der Masern-Eliminierung ist gefährdet, da die USA mit anhaltenden Ausbrüchen konfrontiert sind

Zum ersten Mal seit über zwei Jahrzehnten sind die Vereinigten Staaten aufgrund anhaltender Ausbrüche in mehreren Bundesstaaten, Mexiko und Kanada auf dem besten Weg, ihren Masern-Eliminierungsstatus zu verlieren. Die hochansteckende Krankheit, die einst durch weit verbreitete Impfungen nahezu ausgerottet wurde, ist seit Anfang 2025 wieder dramatisch gestiegen und gibt Anlass zu ernsthaften Bedenken hinsichtlich der öffentlichen Gesundheit.

Ein Jahr der unkontrollierten Ausbreitung

Die aktuellen Masernausbrüche begannen im Januar 2025 in West-Texas und haben sich trotz Impfbemühungen weiter ausgebreitet. Die Panamerikanische Gesundheitsorganisation (PAHO) definiert ein Land als ein Land, in dem die Masern „eliminiert“ sind, wenn es seit mindestens 12 Monaten keine anhaltende Übertragung mehr gibt. Kanada hat seit November 2025 seinen Eliminierungsstatus bereits verloren, und die USA werden voraussichtlich diesem Beispiel folgen, wenn die aktuellen Ausbrüche weitere zwei Monate andauern.

Die Epidemiologin Jennifer Nuzzo von der Brown University betont den Ernst der Lage: „Der Verlust des Masern-Eliminierungsstatus ist ein offizielles Eingeständnis, dass das Land auf dem falschen Weg ist.“ Der Verlust dieses Status führt nicht zu direkten Strafen, dient aber als wichtige Warnung für die öffentliche Gesundheit, dass bestehende Kontrollmaßnahmen versagen.

Die Rolle sinkender Impfraten

Die USA konnten die Ausrottung der Masern seit dem Jahr 2000 durch eine hohe Durchimpfungsrate aufrechterhalten. Um eine Übertragung zu verhindern, ist eine Immunität der Bevölkerung von mindestens 95 % erforderlich, ein Niveau, das zuvor durch den weit verbreiteten Einsatz des hochwirksamen MMR-Impfstoffs (97 % Wirksamkeit) erreicht wurde. Allerdings haben sinkende Impfraten in Verbindung mit der Verbreitung von Fehlinformationen gegen Impfungen diesen Schutz untergraben.

Zu diesem Rückgang trug insbesondere das wiederholte Herunterspielen der Impfsicherheit und die Förderung unbewiesener Alternativbehandlungen wie Vitamin A und Lebertran durch den Minister für Gesundheit und menschliche Dienste Robert F. Kennedy Jr. bei. Obwohl das Gesundheitsministerium behauptet, dass Impfungen die wirksamste Präventionsmaßnahme seien, untergrub Kennedys Rhetorik das Vertrauen der Öffentlichkeit in Impfstoffe.

Schwere Fälle und Todesfälle

Das Wiederaufleben der Masern hat zu schweren Fällen geführt, die seit Jahrzehnten nicht mehr aufgetreten sind. Der Ausbruch in West-Texas führte zu 99 Krankenhausaufenthalten, wobei zwei Kinder an der Krankheit starben, was einen beispiellosen Verlust darstellt, seit die USA den Eliminierungsstatus erreicht haben. Allein im Jahr 2025 verzeichnete das CDC 2.144 Fälle in 24 Bundesstaaten, die höchste Gesamtzahl seit 1991, wobei ungeimpfte Personen für alle Todesfälle verantwortlich waren.

Masern sind nicht nur ein Ausschlag; Es kann hohes Fieber, Lungenentzündung, chronische Gehirnentzündungen und sogar den Tod verursachen. Die Rückkehr dieser schweren Fälle unterstreicht die Letalität der Krankheit, wenn sie nicht durch Impfung kontrolliert wird.

Politische Einmischung und verzögerte Reaktion

Lokale Beamte des öffentlichen Gesundheitswesens standen vor Herausforderungen bei der Mobilisierung von Ressourcen zur Bekämpfung von Ausbrüchen, die durch Budgetkürzungen der Trump-Regierung und Umstrukturierungen der US-Gesundheitsbehörden noch verschärft wurden. Die Unterstützung des Bundes verzögerte sich, was eine schnelle Reaktion auf den Ausbruch behinderte.

Berichten zufolge versuchen einige Beamte, den offiziellen Verlust des Eliminierungsstatus hinauszuzögern, indem sie argumentieren, dass Ausbrüche in Bundesstaaten wie Utah, Arizona und South Carolina nicht mit dem ursprünglichen Ausbruch in West-Texas zusammenhängen. Experten betonen jedoch, dass bei epidemiologischen Untersuchungen die Eindämmung der Ausbreitung Vorrang vor der Aufrechterhaltung eines symbolischen Status haben sollte.

Die Kosten des Wiederauflebens

Das Wiederaufleben der Masern hat weitreichende Folgen. Abgesehen von den unmittelbaren Gesundheitsrisiken sind Ausbrüche deutlich teurer als Prävention: Die durchschnittlichen Gesundheitskosten pro Fall werden auf 43.000 US-Dollar geschätzt. Experten befürchten, dass auch andere durch Impfung vermeidbare Krankheiten wie Polio zurückkehren könnten, wenn die Impfraten weiter sinken.

Die Situation in den USA unterstreicht eine wichtige Lektion: Um die Ausrottung der Masern aufrechtzuerhalten, sind nachhaltige, proaktive Impfbemühungen und kein politisches Manövrieren erforderlich. Wenn sich die Impfraten nicht verbessern, werden die USA unweigerlich ihren masernfreien Status verlieren und Gemeinden werden wahrscheinlich mit wiederkehrenden, manchmal tödlichen Ausbrüchen konfrontiert sein.