Eine neue Studie, die in PLOS One veröffentlicht wurde, weist auf eine schwere Gesundheitskrise hin, die mehrere beliebte Hunderassen betrifft, insbesondere solche mit verkürzten Schädeln (brachyzephale Rassen). Die Forschung zeigt, dass Rassen wie Französische Bulldoggen, Chihuahua und Boxer aufgrund ihrer körperlichen Merkmale einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind, schwere Atembeschwerden zu entwickeln. Dies ist nicht nur ein ästhetisches Problem; es wirkt sich direkt auf die Lebensqualität der Hunde aus.
Das Problem mit flachen Gesichtern: Brachyzephales obstruktives Atemwegssyndrom (BOAS)
Das Kernproblem ist das Brachycephalic Obstructive Airway Syndrome (BOAS), eine Erkrankung, bei der die verkürzte Schädelstruktur zu verengten Atemwegen, kollabierenden Nasenlöchern und Atembeschwerden führt. Dies kann von leichten Beschwerden bis hin zu lebensbedrohlichen Kämpfen reichen und für die betroffenen Hunde das Training und sogar einfache Aktivitäten schmerzhaft machen.
„BOAS gibt es in einem breiten Spektrum … manche Hunde sind nur leicht betroffen, aber bei den schwereren Hunden kann es die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen.“ – Dr. Fran Tomlinson, Veterinärschule der Universität Cambridge
Das Syndrom erfordert oft einen chirurgischen Eingriff, ist aber grundsätzlich ein erbliches Problem, was bedeutet, dass selektive Zucht die Ursache ist.
Welche Rassen sind am stärksten betroffen?
Die Forscher analysierten 898 Hunde aus 14 Rassen und bewerteten sie basierend auf dem BOAS-Schweregrad auf einer Skala von null bis drei. Die Ergebnisse waren krass:
- Pekingese- und Japankin-Hunde zeigten die höchste Rate an Atemproblemen, wobei nur 11 % bzw. 17,4 % der Hunde frei atmeten.
- King Charles Spaniels, Shih Tzus und Boston Terrier lagen im Mittelfeld, wobei 25–50 % der Hunde beschwerdefrei waren.
- Cavalier-King-Charles-Spaniels, Zwergspitz, Boxer und Chihuahua schnitten am besten ab, waren aber immer noch zu einem erheblichen Prozentsatz (50–75 %) betroffen.
Ein Schlüsselfaktor war die Verengung der Nasenlöcher: Ungefähr 6 % der Pekinesen und 18 % der japanischen Chins hatten deutlich eingeschränkte Atemwege.
Warum das wichtig ist: Die Ethik der Zucht
Diese Studie unterstreicht eine umfassendere ethische Debatte rund um die Zucht brachyzephaler Hunde. Die Nachfrage nach diesen Rassen hat zu einer selektiven Züchtung geführt, bei der das Aussehen Vorrang vor der Gesundheit hat. Während einige Züchter mehr Verantwortung übernehmen und sich auf Gentests konzentrieren, bleibt das Problem weit verbreitet.
Das Forschungsteam betont, dass der Fortschritt von der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaftlern, Züchtern und Besitzern abhängt.
„Ihre Begeisterung und Bereitschaft, sich mit Gesundheitstests zu befassen, zeigen, wie sehr den Menschen die Verbesserung der Rassengesundheit am Herzen liegt.“ – Die Studienautoren
Letztendlich erfordert die Reduzierung des BOAS-Risikos eine Änderung der Zuchtpraktiken, um neben den gewünschten körperlichen Merkmalen auch die Atmungsfunktion in den Vordergrund zu stellen. Das Problem lässt sich nicht über Nacht lösen, aber diese Studie liefert entscheidende Daten für gezielte Interventionen.






















