Die neueste Generation von Medikamenten zur Gewichtsreduktion wird voraussichtlich die Wirksamkeit bestehender Medikamente wie Wegovy und Zepbound übertreffen und möglicherweise dramatische Ergebnisse für Personen bieten, die mit Fettleibigkeit und damit verbundenen Gesundheitsproblemen zu kämpfen haben. Bei diesen neuen Verbindungen handelt es sich nicht einfach nur um schrittweise Verbesserungen; Sie unterscheiden sich grundlegend und zielen auf mehrere Bahnen im Gehirn ab, die Appetit und Stoffwechsel regulieren.
Die Entwicklung der GLP-1-Medikamente
Die erste Welle dieser Medikamente, darunter Semaglutid (Wegovy), konzentrierte sich auf die Aktivierung des Glucagon-like-Peptid-1-Rezeptors (GLP-1). Dieses Hormon signalisiert auf natürliche Weise das Sättigungsgefühl nach dem Essen, reduziert den Appetit und fördert die Insulinsekretion. Obwohl es wirksam ist, kommt es bei vielen Anwendern irgendwann zu Plateaus beim Abnehmen, wobei einige überhaupt keine Vorteile sehen. Diese Einschränkung hat Pharmaunternehmen dazu veranlasst, Medikamente zu entwickeln, die auf mehr als einen Signalweg abzielen.
Eli Lillys Zepbound (Tirzepatid) stellt bereits einen Fortschritt dar, indem es sowohl GLP-1- als auch Magen-inhibitorische Polypeptid (GIP)-Rezeptoren aktiviert, was in klinischen Studien zu einem etwa sechs Prozent größeren Gewichtsverlust im Vergleich zu Semaglutid führte. Doch der nächste Schritt ist noch ehrgeiziger: Medikamente mit Dreifachagonisten.
Der Aufstieg der dreifachen Agonisten
Retatrutid von Eli Lilly befindet sich derzeit in der Spätphase der Erprobung und aktiviert GLP-1-, GIP- und Glucagonrezeptoren. Während letzteres bei Stoffwechselstörungen kontraintuitiv erscheinen mag, kann es tatsächlich die Insulinsekretion steigern und das Gewicht senken. Die vorläufigen Ergebnisse sind verblüffend: Die Teilnehmer verloren in 68 Wochen fast 30 Prozent ihres Körpergewichts. Dies steht in krassem Gegensatz zu dem in Semaglutid-Studien beobachteten Gewichtsverlust von 14 Prozent.
Novo Nordisk verfolgt auch Kombinationstherapien und beantragt die FDA-Zulassung von CagriSema, das Semaglutid mit Cagrilintid kombiniert, einem Peptid, das auf Amylinrezeptoren abzielt. Ziel ist es, das Sättigungsgefühl zu steigern und gleichzeitig möglicherweise die häufigen gastrointestinalen Nebenwirkungen von GLP-1-Medikamenten zu mildern. Studien zeigen, dass die Teilnehmer in 68 Wochen 23 Prozent ihres Körpergewichts verloren.
Risiken und Überlegungen
Die Pharmaindustrie dürfte enorm von diesen Innovationen profitieren, wobei Eli Lilly kürzlich eine Aktienbewertung von 1 Billion US-Dollar erreichte, was teilweise auf die vielversprechenden Ergebnisse von Retatrutide zurückzuführen ist. Experten warnen jedoch davor, dass ein solch drastischer Gewichtsverlust nicht ohne Risiken ist. Eine schnelle Gewichtsreduktion kann zu Gallensteinen, Muskelschwund und in manchen Fällen zu gefährlichem Untergewicht führen. Ältere Erwachsene sind besonders anfällig für Nebenwirkungen wie niedrigen Blutdruck und Schwindel.
Trotz der potenziellen Nachteile sind viele Patienten, die bei der Behandlung mit bestehenden Medikamenten keine Fortschritte gemacht haben, gespannt auf die nächste Generation von Behandlungen. Für Personen wie Terra Field, die mit diesen Medikamenten über 100 Pfund abgenommen haben, ist die Aussicht auf eine noch größere Wirksamkeit verlockend. Field begrüßt zwar die Vorteile, betont aber auch die Bedeutung von Körperpositivität und fundierter Entscheidungsfindung in einer Gesellschaft, die immer noch mit Gewichtsstigmatisierung zu kämpfen hat.
Letztendlich stellen diese Medikamente einen erheblichen Fortschritt in der Behandlung von Fettleibigkeit dar, ihre Verwendung muss jedoch sorgfältig überwacht und auf die individuellen Bedürfnisse zugeschnitten werden, um den Nutzen zu maximieren und gleichzeitig den Schaden zu minimieren.























