Die NASA bereitet den Start der Crew-12-Mission zur Internationalen Raumstation (ISS) vor, geht jedoch nach einer beispiellosen Notevakuierung der vorherigen Besatzung, Crew-11, mit erhöhter Vorsicht vor. Dies ist das erste Mal in der Geschichte der ISS, dass Astronauten aus medizinischen Gründen vorzeitig nach Hause gebracht wurden, was die Komplexität und Risiken verdeutlicht, die mit Langzeitraumflügen verbunden sind.
Kommende Crew- und Missionszeitleiste
Das Crew-12-Team besteht aus den NASA-Astronauten Jessica Meir und Jack Hathaway sowie der Astronautin der Europäischen Weltraumorganisation Sophie Adenot und dem russischen Kosmonauten Andrey Fedyaev. Ihr Start ist derzeit für die nächsten zwei Wochen geplant, abhängig vom Fortschritt der Artemis-II-Mission – dem ersten bemannten Mondflug der NASA seit über einem halben Jahrhundert. Artemis II soll am Montag, dem 5. Februar, einer kritischen Generalprobe unterzogen werden und möglicherweise frühestens am 8. Februar auf den Markt kommen. Eventuelle Verzögerungen bei der Mondmission wirken sich direkt auf das Abflugdatum von Crew-12 aus.
Unvorhergesehene medizinische Evakuierung von Crew-11
Crew-12 soll Crew-11 ersetzen, die Wochen früher als geplant auf die Erde zurückgerufen wurde, weil eines ihrer Mitglieder ein nicht bekannt gegebenes medizinisches Problem hatte. NASA-Beamte haben trotz der unerwarteten Rückkehr ihrer Vorgänger keine zusätzlichen medizinischen Tests für Crew-12 oder Änderungen am Standardvorbereitungsprotokoll angekündigt. Diese Entscheidung unterstreicht unter Wahrung der Betriebskontinuität das Engagement der Agentur, auch nach einem ungewöhnlichen Vorfall mit den festgelegten Verfahren fortzufahren.
Historischer Kontext und Sicherheitsbedenken
Die Betonung der Sicherheit durch die NASA ist auf tragische historische Präzedenzfälle zurückzuführen. Die Challenger- und Columbia-Katastrophen, bei denen 14 Astronauten ums Leben kamen, sind noch immer ein deutliches Beispiel für die Gefahren der Raumfahrt. Der stellvertretende NASA-Administrator Ken Bowersox räumte ein, dass Januar und Februar angesichts der Verluste von Besatzungsmitgliedern in diesen Monaten in der Vergangenheit Zeiten mit erhöhtem Risiko gewesen seien. Die Agentur ist sich dieser Hinterlassenschaft sehr bewusst und ergreift alle Vorkehrungen, um eine Wiederholung zu verhindern.
ISS-Bereitschaft und Besatzungsübergang
Trotz des beschleunigten Zeitplans ist die ISS auf den Empfang von Crew-12 vorbereitet. Die ankommende Besatzung erhält eine beschleunigte Übergabe durch den NASA-Astronauten Chris Williams, der sie über die Besonderheiten des Betriebs der Station informieren wird. Obwohl bei der Umstellung der übliche direkte Austausch zwischen abfliegenden und ankommenden Besatzungen fehlen wird, behaupten NASA-Beamte, dass keine operativen Lücken zu erwarten sind. Crew-12 stand bereits in Kontakt mit Crew-11, um eine reibungslose Integration in die ISS-Umgebung vorzubereiten.
Die Konvergenz der Missionen Artemis II und Crew-12 unterstreicht die ehrgeizige, aber anspruchsvolle Strategie der NASA zur bemannten Weltraumforschung. Die Agentur gleicht die Anforderungen der Mondambitionen mit der entscheidenden Notwendigkeit aus, den kontinuierlichen Betrieb an Bord der ISS aufrechtzuerhalten, und legt dabei gleichzeitig die Priorität auf die Sicherheit der Besatzung angesichts historischer und aktueller Risiken.
