Die Behauptung von Robert F. Kennedy Jr., dass die Grippeimpfung seine krampfartige Dysphonie verursacht haben könnte, entbehrt jeder wissenschaftlichen Unterstützung. Auch wenn ein möglicher Zusammenhang angedeutet wird, gibt es keine Belege für die Behauptung, dass Grippeimpfstoffe mit der neurologischen Erkrankung seiner Stimmbänder in Zusammenhang stehen.

Der Anspruch und die Expertenantwort

Kennedy, ein bekannter Impfskeptiker, gab an, dass er 2005 keine jährlichen Grippeschutzimpfungen mehr erhalten habe und glaubt, dass der Impfstoff ein „potenzieller Schuldiger“ für seine Stimmbehinderung sein könnte. Mediziner bestreiten diesen Zusammenhang jedoch entschieden. Robert Hopkins, medizinischer Direktor der National Foundation for Infectious Diseases, betont: „Wir haben keinen bekannten Zusammenhang zwischen Grippeimpfung und solchen Stimmstörungen.“**

Die Dystonia Medical Research Foundation bestätigt ebenfalls, dass es „keine Beweise“ dafür gibt, dass Impfstoffe krampfhafte Dysphonie verursachen. Einige vorläufige Studien deuten sogar darauf hin, dass bestimmte Impfungen gegen bestimmte Formen der Dystonie schützend sein könnten, was diese Behauptung weiter untergräbt.

Die Wissenschaft hinter krampfhafter Dysphonie

Die genauen Ursachen der krampfartigen Dysphonie bleiben unklar, Experten vermuten jedoch eine Beteiligung verschiedener Gehirnregionen und eine mögliche genetische Komponente. Diese Komplexität bedeutet, dass es bestenfalls spekulativ ist, die Erkrankung einem einzelnen Faktor wie einem Grippeimpfstoff zuzuschreiben.

Nebenwirkungen und Sicherheit des Grippeimpfstoffs

Eine Grippeimpfstoffmarke, FluLaval, listet Dysphonie als mögliche Nebenwirkung auf – obwohl dies nur darauf hinweist, dass die Störung in klinischen Studien beobachtet wurde, nicht aber darauf, dass der Impfstoff sie verursacht. Grippeimpfstoffe können, wie alle Medikamente, Nebenwirkungen haben. Dennoch beweist die jahrzehntelange Anwendung ihre allgemeine Sicherheit für Millionen von Menschen.

Die Schwere der Grippesaison

Kennedys Aussagen fallen in eine besonders schwere Grippesaison in den USA. Für die Saison 2025–2026 schätzt das CDC, dass es mindestens 18 Millionen Erkrankungen und 9.300 Todesfälle gibt, darunter 32 Kinder. Bemerkenswert ist, dass 90 Prozent der für die Impfung in Frage kommenden Kinder, die in dieser Saison an der Grippe starben, ungeimpft waren. Dies unterstreicht die Bedeutung der Impfstoffe für die Reduzierung schwerer Erkrankungen und Komplikationen.

Grippeimpfstoffe bleiben das wirksamste Mittel gegen Influenza, und die wissenschaftlichen Erkenntnisse belegen mit überwältigender Mehrheit ihre Sicherheit.

Während Nebenwirkungen bei jedem Medikament möglich sind, überwiegen die Vorteile der Grippeimpfung bei weitem die Risiken, insbesondere angesichts der Schwere der jüngsten Ausbrüche und der vermeidbaren Todesfälle unter ungeimpften Bevölkerungsgruppen.