Nach einer zehntägigen Reise über fast 700.000 Meilen bereitet sich die Besatzung der Artemis II auf ihren endgültigen Abstieg zur Erde vor. Die vier Astronauten an Bord der Raumsonde Orion mit dem Namen Integrity sollen an diesem Freitagabend vor der Küste von San Diego im Pazifik landen.
Der letzte Ansatz
Am Freitagmorgen flog die Raumsonde mit einer Geschwindigkeit von mehr als 4.700 Meilen pro Stunde und war weniger als 75.000 Meilen von der Erde entfernt. Um eine präzise Wiedereintrittsbahn zu gewährleisten, hat die Besatzung bereits zwei der drei geplanten Triebwerkszündungen abgeschlossen. Eine letzte Verbrennung ist für Freitagnachmittag geplant, um ihren Weg in die Atmosphäre zu verfeinern.
Die Besatzung – bestehend aus den NASA-Astronauten Reid Wiseman, Christina Koch und Victor Glover sowie dem Astronauten der kanadischen Raumfahrtbehörde Jeremy Hansen – hat die letzten 24 Stunden damit verbracht, die Wiedereintrittsverfahren zu überprüfen und das Raumschiff auf den Übergang vom Weltraum in die Erdatmosphäre vorzubereiten.
Navigieren durch die Wiedereintrittsherausforderung
Die kritischste Phase der Mission ist der Wiedereintritt selbst. Die NASA geht davon aus, dass das Orion-Raumschiff mit einer Geschwindigkeit von fast 25.000 Meilen pro Stunde in die Atmosphäre einschlagen wird. Durch eine Kombination aus atmosphärischer Reibung und dem Auslösen des Fallschirms wird das Raumschiff schließlich auf weniger als 20 Meilen pro Stunde langsamer, bevor es auf dem Wasser aufschlägt.
Diese Phase ist aufgrund der Erkenntnisse aus früheren Missionen von erheblicher technischer Bedeutung. Beim Wiedereintritt der Artemis I im Jahr 2022 kam es zu unerwarteten Schäden am Hitzeschild, was zu intensiven Untersuchungen durch NASA-Ingenieure führte. Die Beamten bleiben jedoch hinsichtlich der aktuellen Mission optimistisch.
„Wir haben großes Vertrauen in das System – den Hitzeschild, die Fallschirme und die Bergungssysteme, die wir zusammengestellt haben“, erklärte NASA-Assoziierter Administrator Amit Kshatriya.
Warum diese Mission wichtig ist
Die erfolgreiche Rückkehr der Artemis-II-Besatzung ist mehr als nur das Ende eines einzelnen Fluges; Es handelt sich um eine wichtige Validierung der Hardware und Lebenserhaltungssysteme, die für die Langzeiterkundung des Mondes erforderlich sind.
Die Mission dient als realer Stresstest für:
– Lebenserhaltungssysteme: Sicherstellen, dass Menschen über längere Zeiträume im Weltraum überleben können.
– Navigation und Antrieb: Testen der Präzision, die für die Rückkehr aus Mondentfernungen erforderlich ist.
– Wärmeschutz: Überprüfung, ob der Hitzeschild den extremen Temperaturen beim Wiedereintritt mit hoher Geschwindigkeit standhält.
Die in diesen letzten Flugminuten gesammelten Daten werden für das umfassendere Ziel der NASA, eine nachhaltige menschliche Präsenz auf und um den Mond zu etablieren, von entscheidender Bedeutung sein.
Schlussfolgerung
Die Artemis-II-Mission endet diesen Freitag mit einem riskanten Wasserrutsch im Pazifik. Die erfolgreiche Rückkehr der Besatzung wird ein wesentlicher Beweis dafür sein, dass die für die zukünftige Erforschung des Weltraums erforderlichen Systeme für die Herausforderungen der Mondgrenze bereit sind.
